Die Veranstaltung präsentierte sich erstmals nicht nur mit Vorträgen, sondern motivierte die Zuhörer/-innen mit einem abschließenden Workshop zur aktiven Mitarbeit und Reflexion der Themen. Mittels eines Best Practice Beispiels wurde aufgezeigt, worauf bei der Implementierung eines Mentoringprogrammes geachtet werden muss. In der Gruppendiskussion über den Einsatz von „Mentoring“ im jeweils eigenen Unternehmen konnten die Teilnehmer ihre persönlichen Erfahrungen austauschen und andere Sichtweisen gewinnen. Das Veranstaltungsformat fand großen Anklang bei den Teilnehmern/-innen, alles Experten/-innen aus dem Personalentwicklungsbereich.
Daniela Friedrich, Bakk. ist für das Mentorenprogramm der Wirtschaftskammer Wien zuständig. Sie stellte beim Business Breakfast dem interessierten Publikum die Hürden und die Erfolge bei der Einführung anhand des Best Practice Beispiels vor. Die Wirtschaftskammer Wien hat mit sorgfältiger Planung ein „Mentoring-Programm“ auf die Beine gestellt. Ziel war es, Unternehmensinformationen auf informelle Art und Weise schnell für neue Mitarbeiter/-innen zugängig zu machen. Neue Mitarbeiter/-innen sollen sich so schneller und einfacher integrieren können, die Philosophie der Organisation kennen lernen und Netzwerke bilden. Die Mentoren/-innen bewarben sich über eine Schlagzeile die im Intranet zu finden war. Und das in einer unerwartet großen Anzahl! Das Programm ist von Anfang an gut angekommen. Die Mentoren/-innen wurden geschult und bekamen Unterlagen zur Verfügung gestellt. Für beide Seiten (Mentor/-in & Mentee) ist die Teilnahme am Programm freiwillig. Mentor/-in und Mentee vereinbaren gemeinsame Ziele und schließen eine Art „Vereinbarung“. Nach einem halben Jahr geben beide mittels eines Fragebogens Feedback.
Aus dem praxisnahen Vortrag entstand schnell eine rege Diskussion und viele Fragen rund um das Thema „Mentoring“. Themen über die viele der Anwesenden noch nicht so intensiv nachgedacht haben wurden aufgeworfen. Dazu zählten: „Basiert das Programm auf beidseitigem unverbindlichen Angebot oder wird jedem/-r Mentor/-in ein Mentee zugewiesen?“ aber auch „Durch welche Rahmenbedingungen schafft man das nötige Vertrauen zwischen Mentor/-in und Mentee?“ Hiezu hat die Wirtschaftskammer Wien beispielsweise eigene Coaching-Schulungen und Supervisionen für Mentoren/-innen angeboten um ihnen beizubringen, wie die Rolle als Mentor/-in zu verstehen ist und wie man sich bei Konflikten und heiklen Fragestellungen abgrenzen kann. Ein guter Hinweis war auch, sich Gedanken zur technischen und administrativen Abwicklung zu machen, wie z. B. welche Unterlagen man den Mentoren/-innen zur Verfügung stellt, welches IT-System man verwendet und welche Daten hier verarbeitet werden sollen. Wichtige Fragestellungen sind ebenfalls: „Wie erreiche ich die Mitarbeiter/-innen, die sich als Mentoren/-innen ausbilden lassen?“, „Wen nehme ich in das Programm auf?“, „Welche Schulungen biete ich dafür an?“, „Gibt es Incentives für Mentoren/-innen und welche?“, „Wie sieht es mit der zeitlichen Einteilung und Verfügbarkeit der Mentoren/-innen aus?“ und „Anhand welcher Kriterien werden Mentor/-in und Mentee zusammengeführt?“, u.v.m.
Für Mentoren/-innen ist es wichtig, das Prinzip der vier Augen/Ohren einzuhalten. Zwischen Mentor/-in und Mentee soll eine gute Vertrauensbasis aufgebaut werden. Entscheidend ist auch zu besprechen, dass das Modell nicht die abteilungsinterne Einschulung eins neuen Mitarbeiters ersetzt.
„Um das Mentoring-Programm ständig weiter zu entwickeln und zu verbessern hat die Wirtschaftskammer Wien einen Fragebogen für den/die Mentor/-in und den Mentee entworfen. Schon kurz nach der Startphase haben sich einige Verbesserungsmöglichkeiten gezeigt, die prompt umgesetzt wurden, denn Mentoring ist ein dynamischer, kein statischer, Prozess“, so Daniela Friedrich, Bakk., die für das Mentoring-Programm der Wirtschaftskammer Wien verantwortlich zeichnet.
Mag. Nina Schüssel, die charismatische Psychologin und Führungskräftetrainerin leitet die Coaching-Schulungen für die Mentoren/-innen der Wirtschaftskammer Wien. Sie stellte einige Modelle aus den Coaching-Schulungen vor und erwähnte die hohe Bedeutung der Kenntnis der eigenen Rolle eines/-r Mentors/-in. Ihr ist es wichtig, den Mentoren/-innen Werkzeuge für die Selbsthilfe in schwierigen Situationen oder bei Entscheidungen mitzugeben. Sie leitete auch den anschließenden 10-Minuten-Workshop bei dem die Teilnehmer/-innen in sechs kleinen Gruppen von bis zu 8 Personen die Fragen: „Was hat mich am Vortrag inspiriert?“, „Welche Fragen rund um „Mentoring“ beschäftigen mich noch?“ und „Mentoring in meiner Organisation!“ reflektierten. Mag. Nina Schüssel fasst den Nutzen von Mentoring-Systemen zum Abschluss schön zusammen: „Mentoring gibt Sicherheit, schenkt Wertschätzung, forciert informelle Netzwerke, macht Informationen und Abläufe transparenter und gibt neuen Mitarbeitern Orientierung und die Möglichkeit sich schnell einzugliedern.“
Die Gruppen waren in der kurzen Zeit äußerst rege am Diskutieren und außerordentlich produktiv. Zu den größten Erkenntnissen und Inspirationen des Tages zählten:
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