Fotos: Philipp Enders
Geboten wurde ein reichhaltiges Programm mit verschiedenen Keynotes und Vorträgen, zahlreichen Workshops, eine Fachausstellung und unterstützende lebendige Lernmethoden wie ein visuelles Protokoll, ein WIFI World Café und die Wissensleine.
Den informativen Rahmen bildeten die Eröffnungskeynotes von Rolf Arnold, dem wissenschaftlichen Begleiter des WIFI-Lernmodells LENA, über Ermöglichungsdidaktik und Gerhard Niedermair von der Johannes Kepler Universität Linz zum Thema Transfer- und Kompetenzforschung. Nach Arnold könnte der nachhaltige Lerntransfer in Zukunft massiv gehoben werden: „Derzeit sieht das Lernmodell so aus, dass 70 Prozent Distributierung von Wissen, 20 Prozent Diskurs und nur zehn Prozent Lernbegleitung stattfinden. Nachhaltig wären 50 Prozent Lernbegleitung, 30 Prozent Diskurs und nur 20 Prozent Vortragssituation.” Trainer müssten sich ihre Rolle als Lernbegleiter bewusst machen und als Spezialisten agieren, die es verstehen, die Selbstlernkompetenz anderer Menschen anzuregen sowie sie im individuellen Lernprozess zu begleiten und zu fördern.
„Lernen muss immer an erlebbare Erfahrungen anknüpfen. Es braucht daher meist eine Katastrophensituation, um vorher Gelerntes tatsächlich zu einer Kompetenz zu entwickeln”, erörterte Niedermair in seinem Vortrag. Somit solle, um aktiv und nachhaltig Kompetenzen für die Praxis aufzubauen, viel Raum zum Ausprobieren und Fehler machen eingeräumt werden.
Als beispielhaftes lebendiges Lernelement führte Mario Stenyk ein visuelles Protokoll beim Vortrag von Rolf Arnold (siehe Abbildung). Die Kernaussagen wurden von ihm auf imposante Weise per Handzeichnung auf einer Leinwand festgehalten. So gab es bereits bei der ersten Keynote neben auditiven auch visuelle Eindrücke für nachhaltigen Wissenstransfer. Diese moderne Methode lockte im Anschluss rund 50 Teilnehmer in den Workshop des innovativen Coaches.
In einer Expertenrunde wurde die Zukunft der Trainerausbildung kontrovers diskutiert und das Thema Kompetenzgewinn oder Machtverlust beleuchtet. Es ging klar hervor, dass sich Trainer künftig weg vom klassischen Ansatz des Frontalvortrags hin zum Lernbegleiter bewegen müssen. Um die Selbstlernkompetenz der Teilnehmer zu steigern, müsse die Dozentenqualifizierung didaktisch das halten, was sie verspricht: „Denn für die nachhaltige Qualifizierung von Lehrenden gilt, dass sie sich nur das aneignen, was sie in ihrer Wirksamkeit für das eigene Lernen erlebt haben”, weiß Niedermair.
Beim Vortag und auch im Workshop mit Eva Ullmann zum Thema „Lust macht Lernen - Humor als Ressource im Traineralltag” wurde klar herausgestrichen, dass Humor als Lernbeschleuniger gilt und in vielen schwierigen Situationen zum Machtausgleich positiv beitragen kann.
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Verlag: Carl Auer Verlag, Heidelberg ca. 176 Seiten, Kt. 2012 ISBN 978-3-89670-838-0
Nachbericht zum Kongress, Magazin Training (pdf, 158 KB)
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