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Neue Wege gehen… Sind Sie kreativ genug?

Kreativität steckt in uns allen. Die meisten haben sie jedoch verlernt. Als wichtige Ressource für erfolgreiche Unternehmensführung, sinnerfülltes Arbeiten und ein gesundes Leben lohnt es sich, sie wiederzuerwecken. 2 Experten geben Tipps, wie’s geht.

Kreativität ist eine Schlüsselressource der Wirtschaft. Menschen, Teams und Unternehmen, die Dinge „neu denken“, sind gefragt. Wer weiterkommen will, muss geistig wendig bleiben, darf sich nicht auf Altem ausruhen und muss motiviert sein, Neues zu lernen, auszuprobieren und selbst hervorzubringen. Die Herausforderung: Kreativität funktioniert nicht auf Knopfdruck. Und: Wir haben sie zum Teil verlernt. Ist die Muße gerade nicht da, bedeutet Innovation oft harte Arbeit und bringt eher Frust als Lust. Umso wichtiger ist es, die Voraussetzungen für Kreativität zu kennen und kleine Kniffe zu wissen, die der Kreativität beim Tritt aufs Gaspedal helfen. Jeder für sich kann etwas tun. Besonders aber für Unternehmen und Führungskräfte gilt es, das Kreativpotenzial zu heben.
Mag. Michael Dell, CMC

„Alle Unternehmen brauchen Kreativitätstechniken, um den Ideenreichtum zu erhalten und ausschöpfen zu können. Man muss sich von der Konkurrenz abheben, um langfristig Erfolg haben zu können“, so der Unternehmensberater Mag. Michael Dell, CMC. Kreativität erfordere Mut und das Überwinden von Grenzen. Belohnt werde dies mit einem Glücksgefühl der Entdeckung.

Mag. Christine Knotek

„Mit Pionierdenken und Neu-Kreationen können wir dazu beitragen, dass unser Leben ein Stück lebendiger und bunter wird“, weiß Persönlichkeitstrainerin Mag. Christine Knotek.


Die Hirnforschung weiß heute: Es gibt im Gehirn kein eigenes Areal für Kreativität. Mehrere Gehirnbereiche sind bei Kreativprozessen offenbar gleichzeitig am Arbeiten. Menschen, die besonders komplex denken, verfügen über mehr Kreativ-Potenzial. Daher wird immer noch untersucht, wo und wie Kreativität entsteht und mit welchen Methoden man sie stimulieren kann. Eine wichtige Rolle soll der Botenstoff Dopamin spielen. Eine qualitative Studie der INNCH GbR * liefert Ergebnisse, die über die Bedingungen und Prozesse kreativen Denkens aufklären und Empfehlungen für die Förderung von Kreativität ableiten lassen. Befragt wurden Menschen aus Kreativjobs. 3 Grundvoraussetzungen müssen demnach zusammenwirken, um kreatives Denken anzustoßen: sinnlich-gestalthaftes Denken, Drängen des anders Möglichen, Eintauchen und Distanzieren. Diese Denkprozesse prägen das fantasievolle bildhafte Vorstellungsvermögen, bilden die Basis für die so wichtige Anfangs-Motivation, die Zuversicht und das Dranbleiben im Kreativprozess und sind Grundlage für die Beweglichkeit. Diese ist für das Auflösen der Denkstrukturen entscheidend und ermöglicht das Spielen mit den Möglichkeiten sowie kritisches Bewerten.

Veränderung, Dynamik, Zufriedenheit und Entfaltungsspielraum der Mitarbeiter/-innen sind für innovative Unternehmen, die das Kreativpotenzial ihrer Mitarbeiter/- innen nützen wollen, entscheidende Faktoren. Dell ist überzeugt: „Einer der wichtigsten Punkte ist die gezielte Kreativitäts-Ausbildung von Mitarbeitern/-innen, idealerweise auf allen Ebenen des Unternehmens.“ Darüber hinaus soll es Ziel der Unternehmen sein, kreative Rahmenbedingungen herzustellen wie: „Veränderung ist positiv zu sehen, kreative Ansätze sollten gefordert und gefördert werden und Mitarbeiter/-innen sollten in ihrer Kreativität bewusst unterstützt und nicht behindert werden“, erklärt der Innovationsspezialist. Dies ist Teil der Unternehmenskultur, die vorherrschen sollte.

Kreativität steckt in uns allen. In diesem Punkt sind sich Forschung und Praxis einig. Warum der eine mehr und der andere weniger seine kreative Seite auslebt? Das liegt an mehreren Einflüssen. „Unsere Gesellschaft lehrt uns mit dem Erwachsenwerden das Beachten vieler Regeln und das Einhalten zahlreicher Grenzen. Dies schränkt unser ursprünglich reichhaltiges Denken ein“, weiß Trainerin Knotek. Kinder können dabei unsere Vorbilder sein. Sie sind unbefangen und leben ihre kreative Ader ganz natürlich aus. Fantasiespiele, Basteln, Fantasiesprache wären ideal, um Kreativität am Leben zu erhalten. „Kreativität wird auch nicht wirklich immer geschätzt. In manchen Unternehmenskulturen bringt Änderung auch Unruhe mit, was nicht immer gewünscht ist. Viele Entscheidungsträger scheuen sich daher, einen Schritt in diese Richtung zu gehen“, so Dell.

Kreativität ist Mut zum Anderssein. Man erkennt Kreativität daran, dass man nicht den gleichen Weg geht wie immer. „Oft bemerkt man auch, dass sich zuerst ein kleiner Widerstand gegen die neuen Ideen einstellt, weil man sich auf unbekanntes Terrain begibt“, so Knotek. Genau dann – so der Ratschlag der Expertin – würde es sich besonders lohnen, an den Kreationen weiter dranzubleiben. Kreativitätstechniken können uns helfen, Stück für Stück zu unserem Ursprung zurückzufinden. Wir finden neue Denkansätze und beschreiten Lösungswege kompetent und lustvoll. In Gruppen können diese Techniken dazu beitragen, das gemeinsame Potenzial besser zu nützen. „Was uns dabei helfen kann, versteckte Talente wiederzuentdecken, sind Bilder, neue Materialien, Gegenstände oder gezielte Techniken“, erzählt Knotek. Wer sich dazu entschließe, Kreativitätstechniken zu versuchen, würde damit seinen (Arbeits-)Alltag bereichern.
„Sie fördern neue Vernetzungen im Gehirn und das Gehirn wird dadurch wieder flexibler. Neue Vernetzungen bringen Bewegung ins Denken, man reagiert schneller auf neue Herausforderungen und man spürt Erfolgserlebnisse und Freude daran, wenn etwas Neues und selbst Erdachtes funktioniert“, weiß Knotek. Ein Zusatznutzen für alle Altersstufen: Gehirntraining schützt auch vor dementziellen Erkrankungen. Je früher man damit beginne, umso besser. Es sei aber nie zu spät, um damit noch anzufangen.

Rahmenbedingungen wichtiger als Art der Technik. Wer Kreativität fördern und neu erlernen möchte, sollte Folgendes beachten: „Wichtig erscheint mir eine breite Einbindung von Personen in den Kreativitäts-Prozess. Idealerweise geht dies sogar über die eigenen Unternehmensgrenzen hinaus und beinhaltet Elemente von Open Innovation oder Crowdsourcing“, erklärt Dell, der Betriebe in Innovationsfragen berät. Ebenso zentral: „Die Kreativarbeit zeitlich und räumlich von der Routinearbeit zu trennen.“ Im Unternehmenskontext oft vernachlässigt, aber sehr effektiv: „Trennung von Moderation und Dokumentation. Die Moderierenden sollen dafür sorgen, dass der Prozess funktioniert; die Dokumentierenden sollen sich darauf konzentrieren, dass keine Idee verloren geht“, so Dell. Die anzuwendenden Techniken sind dabei weniger entscheidend. Man könne situativ wählen, welche Technik oder Methode gerade zielführend wäre. Zur Wahl stehen viele – ob technisch orientierte, systematische oder etwa intuitive. Man könne auch hier neue Varianten selbst spielerisch entwickeln. Kurze Feedbackschleifen stellen sicher, „ … dass der kreative Elan nicht verloren geht. Wird das Kreativteam rasch informiert, was mit den Ideen weiter geschieht, merkt es, dass der Einsatz nicht vergebens war.“

Heterogene Teams und externe Einbindung. Gemeinsam erarbeitete Ideen und Visionen fördern zusätzlich zur Kreativität den Teamzusammenhalt. „Bei der Zusammenarbeit in Teams bin ich ein Freund von heterogenen, breiten Gruppen, die unterschiedliche Hierarchie-Ebenen einbinden“, so Dell. Diese bieten mehr Vielfalt und Potenzial. „Ebenso schlägt mein persönliches Herz auch für Open Innovation – also die bewusste Einbindung von Unternehmensexternen in den Kreativitätsprozess. Das können Kunden/-innen, Universitäten bis hin zu Lieferanten, Beratern/-innen und ‚kreativen Spinnern/-innen‘ sein.“

Setting von Methode und Technik. „Welche Technik zu empfehlen ist, hängt von den handelnden Personen, der Fragestellung, der Situation oder auch von der Gruppengröße ab“, erklärt Knotek. In technischen Unternehmen würden sich Mind Maps mit Software-Unterstützung anbieten. Mit sehr großen Gruppen könne man Methoden wie Open Space oder World Café optimal einsetzen. „Sie ermöglichen es, viele Menschen gut zu leiten, und diese können sich innerhalb klarer Strukturen kreativ frei entfalten“, sagt Knotek. Techniken wie Brain-Writing oder 635 bieten Menschen, die sich für ihre Gedanken lieber Zeit nehmen und sich schriftlich ausdrücken möchten, eine gute Basis. „Ich denke, eine der wichtigsten Aufgaben der Kreativen in Unternehmen ist es, eine Vielzahl von Techniken zu kennen, deren Anwendung moderieren zu können und im konkreten Anlassfall die richtige aus dem Köcher herauszuziehen“, so Dell. Es gebe Techniken, die sich gut für die Einzelbearbeitung eignen, und solche, die sich vor allem für Teams eignen, die disloziert und zeitlich voneinander getrennt seien, oder solche, die sich vor allem zum Lösen von (technischen) Widersprüchen eignen. D.h., es müssen immer mehrere Einflussfaktoren berücksichtigt werden, um die ideale Methode, das Setting und die Technik zu bestimmen.
* (Quelle: Qualitative Studie: Kreatives Denken und Kreativer Prozess©, INNCH GbR)

5 Kreativ-Techniken im Überblick

World Café

World Café zeichnet sich durch entspannte und kaffeehausähnliche Atmosphäre aus. Je 6 bis 8 Teilnehmer/-innen unterhalten sich an einem Tisch zu einer bestimmten Fragestellung. Sie notieren Ideen, neue Perspektiven und Handlungsoptionen mit Filzschreibern auf der Papiertischdecke. Nach 20 bis 40 Minuten wechseln alle Personen den Tisch, bis auf den/die Gastgeber/-in. Der/Die Gastgeber/-in erläutert der nächsten Gruppe die bisherigen Ergebnisse. Diese Technik ist besonders geeignet, um verschiedene Sichtweisen zusammenzuführen oder Handlungspläne zu entwickeln.

Methode 635

6 Teilnehmer/-innen erhalten ein jeweils gleich großes Blatt Papier. Dieses wird mit 3 Spalten und 6 Zeilen in 18 Kästchen aufgeteilt. Jede/-r Teilnehmer/-in wird aufgefordert, in der ersten Zeile 3 Ideen (je Spalte eine) zu formulieren. Jedes Blatt wird nach angemessener Zeit – je nach Schwierigkeitsgrad der Problemstellung etwa 3 bis 5 Minuten − von allen gleichzeitig im Uhrzeigersinn weitergereicht. Der/Die Nächste soll versuchen, die bereits genannten Ideen aufzugreifen, zu ergänzen und weiterzuentwickeln. Mit dieser Methode entstehen innerhalb von 30 Minuten maximal 108 Ideen.

Mind Map

Von der Mitte des Blattes (Flipchart, Pinnwand) ausgehend werden alle Ideen und Einfälle zu einem Thema (Problem, Frage) spontan notiert. Ausgehend vom Thema führen „Äste“ nach außen, auf ihnen stehen die Hauptideen. Von den „Ästen“ führen „Zweige“ weg, welche die nachgeordneten Ideen darstellen. Äste und Zweige werden durch Schlüsselwörter beschrieben. Von jedem Ast und von jedem Zweig können weitere Zweige wegführen, jede Idee kann Ausgangspunkt neuer Ideen werden.

Open Innovation

Hier geht es um die Öffnung des Innovationsprozesses für externe Marktteilnehmer/-innen. Es sollen damit aktiv das Wissen und die Impulse der Außenwelt (Kunden/-innen, Lieferanten/-innen, Multiplikatoren/-innen) strategisch genutzt werden, um das Innovationspotenzial des Unternehmens zu erweitern. Das Open-Innovation-Konzept beschreibt die zweckmäßige Nutzung von in das Unternehmen ein- und ausdringendem Wissen, unter Anwendung interner und externer Vermarktungswege, um Innovationen zu generieren. (Quelle: Wikipedia)

Crowdsourcing

Crowdsourcing (auch „wisdom of the crowd“ = die Weisheit der vielen) bezeichnet die Auslagerung traditionell interner Teilaufgaben an eine Gruppe freiwilliger User/-innen. Zudem bezeichnet der Begriff Crowdsourcing auch das Sammeln von Ideen und Rückmeldungen von außerhalb und Prognosen (Wikipedia). Es geht darum, nicht mehr nur eigene Annahmen über Kundenbedürfnisse zu treffen, sondern Feedback und Ergebnisse gezielt abzufragen und in die Geschäftstätigkeit sinnvoll zu integrieren.
Tipp

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