Grafik für -Der Faktor Fokus
Karriere

Der Faktor Fokus

In einer Arbeitswelt, die von hohen Anforderungen, ständiger Erreichbarkeit und einer Flut an Informationskanälen geprägt ist, fällt es vielen Menschen zunehmend schwer, ihre Aufmerksamkeit auf eine Aufgabe zu richten. Die permanente Reizüberflutung stellt auf Dauer eine erhebliche Belastung für unsere mentale Fitness dar. Multitasking, unterbrochene Arbeitsabläufe und der Druck, möglichst alles gleichzeitig zu erledigen, setzen unser Gehirn unter Dauerstress. Doch wie können wir der ständigen Zerstreuung und dem damit verbundenen Stress begegnen? Was hilft uns dabei, den Fokus zurückzugewinnen und unsere Konzentrationsfähigkeit zu stärken?

Im folgenden Artikel geben uns Dr. Philipp Steininger und Rainer Werdenich, Ihre Einblicke in das Thema Fokus aus Ihrem Trainingsangebot zu Stressmanagement und Resilienz für Organisationen. In Ihrem Seminar „Der Faktor Fokus“ wird auf folgende Bereiche ein besonderes Augenmerk gelegt:

Intention

Bevor wir in unseren Arbeitstag starten, lohnt es sich einen Moment innezuhalten und sich folgende Fragen stellen:  Welche Aufgaben sind mir heute wichtig? Was habe ich mir konkret vorgenommen? Wenn wir uns über unsere Tagesziele im Klaren sind und diese Aufgaben bewusst priorisieren, fällt es deutlich leichter fokussiert und zielgerichtet zu arbeiten. Insbesondere bei Aufgaben, denen wir innerlich zustimmen und die wir als sinnvoll und wertvoll empfinden, stellt sich Konzentration oft ganz von selbst ein.

Mentale Flexibilität

Wir können unsere Gedanken unter anderem so trainieren, um Möglichkeiten bzw. Optionen zu entdecken oder zu überhaupt zu sehen. Unsere Gedanken sind ja meistens vollständig da, schon als erstes nach dem Aufwachen am Morgen. Sie steuern unsere Tätigkeiten den ganzen Tag lang, fast wie automatisch. Es fühlt sich manchmal so an, als würden unsere Gedanken unseren ganzen Tag bestimmen. Wir können aber den Spieß umdrehen, und unsere Gedanken nutzen, und damit Optionen erhalten, die wir in unserem täglichen Automatismus nicht sehen oder nicht beachten. Das geht, wenn wir uns vom Denken lösen können. Das mag auf den ersten Blick etwas verrückt klingen, denn wie sollen wir nicht denken? Dazu gibt es im Mentaltraining wirksame Methoden, mithilfe derer wir uns nicht mehr so stark mit unseren Gedanken identifizieren. Denn wir sind nicht unsere Gedanken, sondern Gedanken kommen und gehen wieder.

Präsenz

Im Arbeitsalltag bekommen wir oft Zielvorgaben, die ob ihrer Größe unerreichbar scheinen. Oder wir setzen uns diese Ziele selbst, und scheitern an der Erreichung dieser. Große Ziele sind gut und wichtig für unsere Motivation, sie können aber auch schnell zur Frustration und Ermüdung führen, besonders wenn man nur das Ziel vor Augen hat. Wenn wir unsere großen Ziele in Teilziele oder Etappen einteilen, konzentrieren wir uns dadurch mehr auf den Weg zum Ziel. Wir können Schritt für Schritt vorgehen und uns somit unserem großen Ziel mit weniger Anstrengung nähern. Führen wir dabei Tätigkeiten aus, die uns Spaß machen oder uns erfüllen, dann können wir die Kraft der Gegenwart spüren. Sind wir ganz im Hier und Jetzt, wird das Ziel immer unwichtiger, denn wir erleben den gegenwärtigen Moment, den Weg bereits als erfüllend. Sind wir in solchen Flow-Zuständen, ist das Erreichen eines Ziels nicht mehr anstrengend, weil nebensächlich. Denn erlebbar ist nur die Gegenwart, niemals die Zukunft, wo wir unser Ziel sehen. Ist uns dieser Umstand bewusst, und trainieren wir unsere Fähigkeiten im Moment zu sein, können wir Veränderungen möglich machen.

Energiemanagement

Um während der Arbeit konzentriert und leistungsfähig zu bleiben, ist ein ausgewogener Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung entscheidend. Deshalb empfiehlt es sich, etwa alle 50 Minuten eine bewusste Pause einzulegen. Besonders wirkungsvoll sind Pausen, die einen klaren Kontrast zur vorherigen Tätigkeit bieten – etwa ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft oder ein entspanntes Gespräch mit Kolleg:innen. Auch in der Freizeit trägt ein gezielter Ausgleich zur Regeneration bei. Techniken aus dem regenerativen Stressmanagement, wie geführte Meditationen oder sanfte Yogaformen können vor allem in stressintensiven Phasen wertvolle Unterstützung bieten.

Wachstum

In der Wirtschaft ist Wachstum essenziell. Jedes Unternehmen möchte nachhaltig in Bezug auf Umsatz, Gewinn, Marktanteilen usw. wachsen. Auch wir als Menschen haben ein natürliches Bedürfnis nach Wachstum – es ist sogar eines unserer drei Grundbedürfnisse neben dem Wunsch nach Verbundenheit und Selbstwirksamkeit. Daher ist es für unser Vorankommen hilfreich, ein sogenanntes „Growth Mindset“ zu entwickeln, welches dazu beiträgt, dass wir neugierig und offen für Neues die Welt erleben, anstatt auf alte Muster zu beharren und Meinungen verteidigen. Wenn wir uns selbst beobachten, werden wir vielleicht entdecken, dass wir in vielen Situationen „Recht haben“ wollen. Das kann ein Hinweis darauf sein, dass wir in einem fixen bzw. starren Mindset feststecken, dem Gegenteil von einem Growth Mindset. Wenn wir stattdessen unseren Blick darauf richten, dass wir mehrere Optionen haben, Sachverhalte aus verschiedenen Perspektiven betrachten können, dann kommen wir schneller in eine Phase der Entwicklung, in der wir unser Bedürfnis nach Wachstum stillen.

Fazit

Die beschriebenen Bausteine unterstützen Sie dabei, Ihre Konzentrationsfähigkeit zu steigern und Resilienz aufzubauen. Möchten Sie erfahren, wie Sie durch gezielten Fokus Ihre mentale Fitness nachhaltig stärken können? Dann laden wir Sie herzlich zu unserem Workshop ‚Der Faktor Fokus‘ ein.
/IMAGES/Files/blog/Tipp.png

Maßgeschneiderte Lösungen

Das WIFI Wien bietet mit seinem „Firmen Intern Training“ praxisnahe Unterstützung, um Prozesse wie konstruktive Fehleranalysen in den Arbeitsalltag zu integrieren. Unternehmen, die Fehler als Chance begreifen, fördern Innovation, stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit und schaffen ein Arbeitsklima, das langfristig erfolgreich macht. Fehlerkultur ist nicht nur ein Modetrend, sondern ein Schlüssel zu wirtschaftlichem Erfolg.


Bildcredits: © xxx| stock.adobe.com (Header)