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Projektmanagement Offices (PMOs) entwickeln sich rasant weiter. Längst sind sie nicht mehr nur administrative Stellen, die Standards überwachen, sondern wirken zunehmend als strategische Partner, Coach und Enabler. Der Trainer und Experte Ing. Boris Thaller erläutert im Interview, welche Rolle PMOs heute übernehmen – und wohin sich die Funktion entwickelt.
Strategische Bedeutung von PMOs
Strategische PMOs bewegen sich auf Portfolioebene und übersetzen die Unternehmensvision in konkrete Programme und Projekte. „Ein PMO sorgt dafür, dass strategische Ziele in der Projektlandschaft wirksam werden“, erklärt der Experte. Im Gegensatz dazu verantworten Projektleiter:innen den operativen Projekterfolg – das PMO stellt die Gesamtperspektive sicher und schafft Rahmenbedingungen, Transparenz sowie Qualitätsstandards.
Taktische und operative Wirkung im Projektgeschäft
Auf Programmebene analysiert ein PMO Produktgruppen, Märkte und Synergiepotenziale. Es schafft einheitliche Rahmenwerke, unterstützt Multiprojektstrukturen und bereitet Entscheidungen vor. In der operativen Ebene bietet es Projektleiter:innen Methoden, Prozesse, Eskalationspfade, Risiko- und Chancenmanagement sowie tägliche Unterstützung – ein zentraler Beitrag zum professionellen Projektumfeld.
Risikomanagement: Chancen erkennen, bevor Projekte starten
Besonders wertvoll wird das PMO vor Beginn eines Projektes: „Es prüft Rahmenbedingungen, Risiken und Chancen, bevor ein Projekt überhaupt beauftragt wird.“ Dazu gehören Projektklassifikation, Ressourcenprüfung und die Auswahl geeigneter Projektleiter:innen. So wird verhindert, dass Projekte mit ungünstigen Voraussetzungen starten und dadurch später hohe Kosten verursachen.
Transformative Rolle: Kultur, Mindset und Weiterentwicklung
Moderne PMOs wirken als Coach, Mentor und Facilitator. Sie begleiten Transformationsprozesse, fördern Projektleiter-Communities, definieren Kompetenzmodelle und entwickeln Qualifizierungsprogramme. „Ein Leitgedanke: Das PMO lebt vor, was gutes Projektmanagement bedeutet – und wirkt damit als Vorbild für alle Projektrollen“.
Einfluss auf Führung und Zusammenarbeit
Da PMOs bereichsübergreifend agieren, haben sie starken Einfluss auf Kommunikation und Unternehmenskultur. Sie fördern Austausch, bauen Silos ab und schaffen Transparenz. Workshops, Best-Practice-Sharing und Wissensmanagement gehören dabei zu zentralen Werkzeugen.
Trends, Standards und die Zukunft der PMOs
Während Projektmanagement-Standards etabliert sind, existieren für PMOs nur lose Guidelines. Deshalb wählen Unternehmen zunehmend hybride Modelle: flexibel, wertorientiert und anpassungsfähig.
Ein modernes PMO:
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agiert partnerschaftlich statt kontrollierend
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stärkt Teamautonomie und Entscheidungsfähigkeit
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verzahnt klassisches und agiles Projektgeschäft
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unterstützt Innovationsprozesse über ganze Produktlebenszyklen
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begleitet Organisationen durch den digitalen Wandel
„Zukünftig wird das PMO zum Enabler einer intuitiven, prozessreifen Organisation, in der Projektmanagement selbstverständlich gelebt wird“, so die These des Experten.
Zentrale Erfolgsfaktoren eines PMO
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klare Rolle und strategische Verankerung
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starke Coaching- und Mentoring-Kompetenz
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Transparenz über Programme und Portfolios
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Förderung von Zusammenarbeit statt Silos
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Fähigkeit, Markt- und Technologietrends frühzeitig zu integrieren
Fazit
PMOs entwickeln sich zu unverzichtbaren Partnern für erfolgreiche Projektorganisationen. Wer sich beruflich mit Projektmanagement, Prozessen oder Risikomanagement beschäftigt, findet im PMO nicht nur ein Wirkungsfeld, sondern auch eine Chance, die Zukunft einer lernenden und vernetzten Organisation aktiv zu gestalten.
Bildcredits: © InfiniteFlow | stock.adobe.com (Header), © Elisabeth Thaller (Portrait B. Thaller)