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Wie Hitze, verdichtete Böden und fehlender Wurzelraum Bäume in der Stadt unter Druck setzen – und wie fachgerechte Pflege ihre Stabilität sichert.
Bäume sind weit mehr als nur dekoratives Grün im urbanen Raum. Sie kühlen das Mikroklima, filtern Feinstaub, speichern CO2 und produzieren Sauerstoff. „Bäume spielen eine große Rolle für ein lebenswertes Leben in der Stadt“, sagt Philipp Maichanitsch, Experte für Baumpflege und Gartengestaltung. Ihre Wirkung ist messbar: Beschattung verhindert, dass sich Asphalt und Beton massiv aufheizen, zusätzlich sorgt die Verdunstung von Wasser über die Blätter für spürbare Kühlung.
Während Bäume im Wald in einem gewachsenen Boden mit ausreichend Nährstoffen, Wasser und Platz wurzeln, kämpfen sie im urbanen Raum mit verdichtetem Untergrund, Hitzeinseln und mangelnder Wasserversorgung. „Die Stadt ist kein natürlicher Lebensraum für Bäume“, so Maichanitsch. Umso entscheidender sei die Wahl geeigneter Arten wie Hainbuche oder Feldahorn, die Hitze- und Trockenperioden besser tolerieren.
Herausforderungen für Bäume im urbanen Raum
Besonders kritisch ist der Wurzelraum. „Grundsätzlich benötigt ein Baum mindestens so viel Raum im Boden, wie er an der Oberfläche Platz einnimmt.“ In der Praxis sei dieser Platz in der Stadt selten vorhanden. „Zu wenig Raum für Wurzelbildung hat zur Folge, dass Bäume keine ausreichenden Haltewurzeln bilden können und somit die Standsicherheit beeinträchtigt ist“, erklärt der Experte.
Eine regelmäßige Überprüfung der Bäume ist daher unerlässlich. Eine jährliche Kontrolle gilt als gängige Norm, bei alten oder vorgeschädigten Bäumen sollte das Intervall verkürzt werden. Vitale Jungbäume können hingegen alle zwei bis drei Jahre begutachtet werden. Nach Starkwetterereignissen wie Hitzeperioden, Starkregen oder Sturm sind zusätzliche Kontrollen notwendig. „Die letzten Jahre haben deutlich gemacht, wie wichtig dieses Thema geworden ist“, betont Maichanitsch.
Unsachgemäße Rückschnitte oder große Schnittwunden öffnen Pilzen eine Eintrittspforte und gefährden langfristig die Vitalität. Baumpflege ist daher eine sicherheitsrelevante Fachaufgabe. Mehrere Hundert Praxisstunden, spezialisierte Ausbildungen und laufende Fortbildungen sind erforderlich. Wer in bis zu 40 Metern Höhe mit der Motorsäge arbeitet, trägt Verantwortung – für den Baum, für das Umfeld und für die Lebensqualität einer ganzen Stadt.
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Philipp Maichanitsch ist Experte für Baumpflege und Kursleiter des Kurses Baumpfleger:in lt. ÖNORM 121122:
Bildcredits: © Westend61 - stock.adobe.com, © privat (Portrait Maichanitsch)
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