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Eine Projektmanagerin bittet Microsoft Copilot um einen Statusbericht fürs Steering Committee. Das Ergebnis klingt überzeugend, liest sich professionell, wirkt fertig. Nur eine Information fehlt: der kritische Verzug im IT-Teilprojekt. Copilot wusste nicht, welche Information hier entscheidend war.
Szenen wie diese kennen Sie vermutlich aus eigener Erfahrung, wenn Sie selbst mit Microsoft Copilot, ChatGPT oder anderen KI-Tools arbeiten. Sie kennen beide Seiten: die Momente, in denen eine Stunde Arbeit auf zehn Minuten schrumpft, und die, in denen das Ergebnis nicht stimmt. Deswegen stellen wir bei der Diskussion um KI eine Frage in den Mittelpunkt:
Welche menschlichen Fähigkeiten werden wertvoller, je mächtiger KI wird?
Diese Frage ist längst keine theoretische mehr. Laut World Economic Forum müssen sich bis 2030 rund 59 Prozent aller Beschäftigten neue Kompetenzen aneignen. Auffällig dabei: Neben technischem KI-Wissen gewinnen gerade die zutiefst menschlichen Fähigkeiten an Gewicht.
Genau hier setzt das DRAIVE-Framework™ an, das wir als Co-Gründerinnen von co-drAIver entwickelt haben. Die Grundthese: Mensch und KI sind komplementäre Partner, keine Konkurrenten. In der richtigen Kombination entstehen echte Superkräfte.
Was ist das DRAIVE-Framework?
DRAIVE steht für sechs menschliche Kernkompetenzen, die im KI-Zeitalter strukturell an Bedeutung gewinnen: Delegation, Ratio, Agilität, Innovation, Verantwortung und Empathie.
Das Modell ist nicht zufällig entstanden. Jede Dimension knüpft an eine architektonische Grenze von KI-Systemen an, die sich nicht durch mehr Rechenleistung überwinden lässt. Genau dort, wo KI an ihre Grenzen stößt, wird die menschliche Kompetenz zum entscheidenden Erfolgsfaktor.
Die sechs Dimensionen im Überblick
- Delegation - Sie geben die Richtung vor. KI-Agenten führen, Ziele präzise formulieren, Ergebnisse steuern statt Aufgaben kontrollieren. Die Grenze dahinter ist das Frame-Problem: KI weiß nicht, was in Ihrem Kontext relevant ist, bis Sie es ihr sagen.
- Ratio - Kritisches Denken bleibt unverzichtbar. Zwischen „klingt plausibel“ und „ist tatsächlich korrekt“ unterscheiden. Der Grund heißt Halluzination: Sprachmodelle erzeugen statistisch plausiblen, nicht zwingend faktisch korrekten Text.
- Agilität - Kontinuierlich neu ausrichten. KI entwickelt sich exponentiell und ohne absehbaren Endpunkt. Einmal anpassen und dann aufhören funktioniert nicht mehr.
- Innovation - Fragen stellen, die noch niemand gestellt hat. KI interpoliert brillant, extrapoliert aber nicht: Für echte konzeptuelle Sprünge fehlt ihr die Vorlage in den Daten.
- Verantwortung - Sie sind die letzte Instanz. KI optimiert auf vorgegebene Ziele, kann aber nicht beurteilen, ob diese ethisch vertretbar sind (Alignment-Problem). „Die KI hat das empfohlen“ ist keine Entschuldigung.
- Empathie - Verstehen, was zwischen den Zeilen steht. KI erkennt Kommunikationsmuster und klingt empathisch, aber sie fühlt nicht (Hard Problem of Consciousness). Echte menschliche Verbindung bleibt menschlich.
Ausblick auf Teil 2
Ein Modell zu verstehen ist das eine, es im Alltag zu leben das andere. Im zweiten Teil dieses Beitrags zeigen wir sechs kleine Handgriffe, einen pro Dimension, mit denen Sie DRAIVE ab morgen konkret in Ihre Arbeit mit KI einbauen können. In diesem Sinne: stay tuned.
Maßgeschneiderte Lösungen
Das WIFI Wien bietet mit seinem „Firmen Intern Training“ praxisnahe Unterstützung, um Prozesse wie konstruktive Fehleranalysen in den Arbeitsalltag zu integrieren. Unternehmen, die Fehler als Chance begreifen, fördern Innovation, stärken ihre Wettbewerbsfähigkeit und schaffen ein Arbeitsklima, das langfristig erfolgreich macht. Fehlerkultur ist nicht nur ein Modetrend, sondern ein Schlüssel zu wirtschaftlichem Erfolg.
Marion Wetter ist Transformationsberaterin, Change Managerin und Co-Gründerin von co-drAIver. Sie hat das DRAIVE-Framework™ entwickelt und begleitet Organisationen beim systematischen Aufbau von KI-Readiness. Beim WIFI Wien ist sie Trainerin für „KI für Projektmanager“.
Monika Keil ist Learning-Designerin, MS-365-Expertin und Co-Gründerin von co-drAIver. Als preisgekrönte Trainerin und Copilot-Spezialistin gestaltet sie KI-Adoptionen so, dass sie im Alltag messbar wirksam werden. Beim WIFI Wien trainiert sie Microsoft Copilot.
Mehr zum DRAIVE-Framework™: www.co-drAIver.com
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