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Personal ist in den meisten Unternehmen der größte Kostenfaktor – und zugleich die wichtigste Ressource. Trotzdem wird die strategische Steuerung des Personalbereichs in vielen Betrieben weiterhin dem Bauchgefühl überlassen. Personalcontrolling bietet hier einen strukturierten Ausweg: Es schafft die Datenbasis, um fundierte Entscheidungen zu treffen – und das nicht nur auf Kostenebene.
Mehr als Kontrolle: Was Personalcontrolling wirklich bedeutet
Der Begriff „Controlling“ wird im deutschsprachigen Raum häufig mit Kontrolle gleichgesetzt – das ist jedoch zu kurz. Personalcontrolling bedeutet die gezielte Steuerung der personalwirtschaftlichen Aspekte eines Unternehmens durch Planung, Umsetzung und Kontrolle. Es geht darum, Ziele zu definieren, Ist-Werte zu erfassen, Abweichungen zu analysieren und daraus Maßnahmen abzuleiten. Kurz: Es ist ein kontinuierlicher Managementkreislauf – kein einmaliges Reporting.
Dabei spielen HR-Verantwortliche und Führungskräfte eine gemeinsame Rolle: Das Management trägt die Verantwortung für das Ergebnis, das Controlling sorgt für Transparenz – als „Lotse zum Gewinn“, wie es der Managementforscher Horvath formuliert hat.
Die richtigen Kennzahlen – aber welche?
Kennzahlen sind das Herzstück des Personalcontrollings. Sie sind Messgrößen, die in konzentrierter Form über einen betrieblichen Tatbestand informieren. Doch nicht jede Zahl ist automatisch eine gute Kennzahl. Drei Grundregeln gelten:
- Sie sollen intuitiv verständlich sein
- Die Ermittlung soll einfach und nachvollziehbar sein
- Sie sollen handlungsorientiert sein – also zu Entscheidungen führen
In der Praxis unterscheidet man zwischen quantitativen Kennzahlen (direkt messbar, z. B. Personalkosten im Vergleich zum Umsatz) und qualitativen Kennzahlen (nur indirekt messbar, z. B. Mitarbeitendenzufriedenheit). Sinnvoll eingesetzt, ergänzen sich beide zu einem aussagekräftigen Kennzahlensystem – wobei gilt: weniger ist mehr. Ein überschaubares Kennzahlen-Set ist einem überbordenden Dashboard klar vorzuziehen.
Operative und strategische Perspektiven verbinden
Personalcontrolling funktioniert auf zwei Ebenen: operativ und strategisch. Das operative Controlling befasst sich dabei mit Themen wie Personalkosten, Leistungsbudget, Workforce Management und Vergütungsstrukturen. Es bildet die Grundlage für die jährliche Planung – vom Absatzbudget über das Personalbudget bis hin zum Unternehmensergebnis.
Das strategische Controlling hingegen fragt: Wo wollen wir in drei bis fünf Jahren stehen? Welche Kompetenzen brauchen wir dann – und haben wir sie? Hier kommen Themen wie Bildungscontrolling und Human Capital Reporting ins Spiel: die systematische Erfassung, Aufbereitung und Kommunikation personalbezogener Kennzahlen, um den Wertbeitrag des Humankapitals für den Unternehmenserfolg transparent zu machen.
Nur was man messen kann, kann man auch steuern.
Peter Drucker
Was im Kurs vermittelt wird
Im zweitägigen Kurs „Personalcontrolling“ am WIFI werden diese Themen praxisnah aufbereitet: von den Grundlagen des Controllings über Kennzahlensysteme, Workforce Management und Vergütung bis hin zum operativen und strategischen Controlling sowie zum Bildungscontrolling. Der Fokus liegt dabei nicht auf abstrakten Modellen, sondern auf konkreten Werkzeugen, die sich direkt in den Arbeitsalltag übertragen lassen.
Christian Handler ist seit 15 Jahren Trainer am WIFI und blickt auf eine langjährige Laufbahn in der österreichischen Druckbranche zurück – inklusive Geschäftsführungspositionen. Als Berater unterstützt er heute Österreichs Druckereien in allen personalwirtschaftlichen Fragen: von Personalkosten und Kennzahlen bis hin zum Arbeitsrecht. Handler studierte Betriebswirtschaft an der Wirtschaftsuniversität Wien und verbindet in seiner Tätigkeit wissenschaftliche Fundierung mit jahrzehntelanger Praxiserfahrung.
Bildcredits: © wutzkoh | stock.adobe.com, © Doris Seebacher (Portrait)
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