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Lernen & Leben

"Cheeeeeese" - Fotografie: vom Hobby zum Beruf

Was als Hobby beginnt, entwickelt mit der Zeit für manche eine besondere Bedeutung. Aus dem Wunsch, Momente festzuhalten, kann der Entschluss entstehen, Fotografie ernsthaft weiterzuverfolgen.

Oft beginnt man aus Neugier oder Begeisterung, die mit jeder Erfahrung wächst. Wer mehr will als schöne Bilder, stellt sich irgendwann die Frage, wie sich Technik, Gestaltung und persönlicher Ausdruck gezielt weiterentwickeln lassen. Die Ausbildung zum/zur Berufsfotograf:in am WIFI Wien setzt genau hier an: Sie bietet Raum, fotografische Fähigkeiten zu vertiefen, den eigenen Blick zu schärfen und Fotografie bewusst als professionelle Praxis zu begreifen. Lehrgangsleiter Peter Berger und Absolventin Kristina Kircher geben Einblick in eine Ausbildung, die Können, Reflexion und persönliche Entwicklung miteinander verbindet.

Vom Quereinstieg zur fotografischen Praxis

Viele Wege führen in die Fotografie und selten sind diese geradlinig. Lehrgangsleiter Peter Berger kennt das aus eigener Erfahrung. „Ich bin selbst als Quereinsteiger zum Fotografieren gekommen“, erzählt er.  "Irgendwann waren die kreativen Ideen stärker als der Wunsch, im alten Beruf zu bleiben, und dann bin ich ins kalte Wasser gesprungen.“ Dieser Hintergrund prägt auch seinen Zugang zum Unterricht. Die Ausbildung deckt ein breites Spektrum ab: von Porträt- und Hochzeitsfotografie über Werbung und Studioarbeit bis hin zu Events und Available Light (vorhandenes Licht). „Diese Vielfalt hilft den Teilnehmer:innen, unterschiedliche fotografische Felder kennenzulernen und eine eigene Perspektive zu finden“, so Berger.

Unterschiedliche Zugänge, gemeinsamer Lernprozess

Im Lehrgang treffen ambitionierte Einsteiger:innen auf Menschen mit fotografischer Praxis. „Eine häufige Frage lautet: Kann man auch ohne Vorkenntnisse starten? Ja, das geht“, sagt Berger. Voraussetzung sei vor allem die Bereitschaft, sich auch außerhalb der Kurseinheiten mit der Kamera zu beschäftigen. Der gemeinsame Lernprozess, der Austausch in der Gruppe und kontinuierliche Praxis sorgen dafür, dass alle profitieren, unabhängig vom individuellen Ausgangspunkt.

Technik als Grundlage, nicht als Selbstzweck

Im Mittelpunkt der Ausbildung stehen drei wichtige Themen: Komposition, Licht und Nachbearbeitung. „Technik allein macht noch kein gutes Bild“, betont Berger, „aber sie muss so beherrscht werden, dass sie der Bildidee nicht im Weg steht.“ Der Kompetenzgewinn verlaufe dabei nicht linear, sondern gleiche eher einem Puzzle: Einzelne Teile fügen sich durch Unterricht, Praxis und Austausch nach und nach zu einem großen Ganzen zusammen.

Praxis als zentrales Element

Fotografie lernt man nicht theoretisch. Deshalb hat die praktische Arbeit im Lehrgang einen hohen Stellenwert, im Studio ebenso wie im Freien. Thematische Aufgaben helfen, theoretische Inhalte unmittelbar umzusetzen und ein Gefühl für Licht, Motiv und Situation zu entwickeln. „Das Gute ist: Übung macht in unserem Bereich einfach Spaß“, bringt es Berger auf den Punkt.

Vom Lehrgang in die Selbständigkeit

Wie der Weg in die Selbstständigkeit konkret aussehen kann, zeigt Kristina Kircher. Sie absolvierte den Lehrgang 2022 in einer Phase beruflicher Neuorientierung. „Ich wollte nicht nur fotografieren, sondern Emotionen und besondere Momente so festhalten, dass sie im Bild spürbar bleiben“, erzählt sie. Besonders prägend waren für sie die Praxiseinheiten sowie das persönliche Feedback der Trainer:innen. „Die Portfolio-Reviews haben mir geholfen, meine Arbeit kritisch zu reflektieren und gezielt weiterzuentwickeln.“

Heute arbeitet Kircher selbstständig unter der Marke „Captured.by.Kri“ und unterrichtet selbst ein Kurssegment. Ihr beruflicher Alltag habe sich grundlegend verändert. „Als Fotografin ist man auch Unternehmerin“, sagt sie. Sichtbarkeit, Kommunikation und der realistische Umgang mit dem eigenen Wert seien zentrale Themen. Genau hier setzt sie auch in ihrem Unterricht an und ermutigt dazu, die Freude an der Fotografie trotz unternehmerischer Anforderungen nicht aus den Augen zu verlieren.

Persönlichkeit als Zukunftsfaktor

Auch aktuelle Entwicklungen wie Künstliche Intelligenz werden im Lehrgang reflektiert. Berger sieht darin einen Wandel, doch: „Authentische Bilder, spannende Reportagen und echte Erlebnisse kann keine KI ersetzen.“ Die Persönlichkeit der Fotograf:innen werde künftig noch wichtiger, ebenso wie der bewusste Einsatz neuer Werkzeuge. Die Ausbildung zum/zur Berufsfotograf:in bietet ein solides Fundament für alle, die Fotografie ernsthaft weiterdenken wollen, sei es als neuen beruflichen Weg, als nebenberufliche Perspektive oder als konsequente Weiterentwicklung ihrer Leidenschaft.

Peter Berger Lehrgangsleiter Berufsfotografie

Peter Berger ist Berufsfotograf aus Wien. Seine Schwerpunkte reichen von Architektur- und Portraitfotografie bis hin zu Werbung und Reportagen. Seit 2013 unterrichtet er im Fachbereich Fotografie am WIFI Wien und leitet diesen seit 2019. peterberger.photography

Portrait von Kristina Kircher, Absolventin des WIFI Lehrgangs Berufsfotografie

Kristina Kircher ist Absolventin und Unternehmerin - capturedbykri.at

Bildcredits: © W PRODUCTION - stock.adobe.com, © Kristina Kircher (Portrait Berger), © Jasmin Seel (Portrait Kircher)

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